Term Main definition
verschieden geformte Kritzel

thumb Kritzelzeichen04Verschieden geformte Kritzel können keinem der üblichen Kritzelzeichen zugeordnet werden. Laut Hans Meyers entstehen sie in der Phase der Feinmotorik. Die Zuordnung dieser Kritzelzeichen allein zur Feinmotorik ist jedoch zu hinterfragen, da bereits in der grobmotorischen Phase vergleichbare Kritzelformen auftauchen können.

Streubild

Eine Raumkonzeption ist nicht zu erkennen. Die Figuren und Gegenstände werden willkürlich auf der Bildfläche verteilt.

Steifenbild

Der untere Rand wird mit einem Streifen versehen, wobei das Grün Gras und das Braun Erde bedeutet. Im Verlauf der Entwicklung erweitert sich der Streifen zunehmend nach oben. Auch hier wird der Himmel am oberen Blattrand angebracht.

Standlinienbild

Figuren und Gegenstände werden auf den unteren Blattrand gestellt. Der Himmel wird an den oberen Rand gesetzt.

Standflächenbild

Das gesamte Blattformat bildet die Standfläche, auf der Figuren und Gegenstände Platz finden. Der Himmel fehlt.

Spurschmieren

siehe: Schmieren

Spurkritzel

Die ersten Striche, die das thumb Spurkritzel 01Kind mit Stiften zufällig erzielt. Die Strichführung ist meist behutsam, gelegentlich spontan heftig.

sinnunterlegtes Kritzeln

thumb Kritzelzeichen05Sinnunterlegte Kritzel sind Kritzelzeichen, welchen die Kinder nachträglich eine willkürliche inhaltliche Bedeutung zuordnen, willkürlich deshalb, weil keine Analogie zwischen Bildzeichen und genanntem Begriff hergestellt werden kann.

Simultanbild

Befindet sich auf ein und demselben Bild eine bestimmte Person zwei- oder mehrmals, dann wird ein Vorgang beschrieben. Der zeitliche Ablauf erfolgt demnach in einem unverändert gleich bleibenden Raum, d. h. der Verlauf des Geschehens wird in zeitlichen Phasen durch eine Figur im Bild gegliedert.

Sensomotorik

Zusammenwirken von Bewegung und den Wahrnehmungssinnen wie sehen, hören, tasten usw.

Schwing- oder Schwungkritzel

Die Bewegung wird vom Ellenbogengelenk aus gesteuert.thumb Kritzelzeichen02 (Grobmotorik)

Schreibkritzel

Kritzelzeichen06Kinder beobachten Erwachsene beim Schreiben und imitieren deren Schreibbewegung. Formal unterscheidet sich das Schreibkritzeln von den oben genannten dadurch, dass es in einem durchlaufenden Kritzelband von links nach rechts und umgekehrt sozusagen auf eine imaginäre Linie bezogen ist.

Schmieren

Phase der Kinderzeichnung bis zu einem Alter von etwa 18 Monaten. Kleinkinder bearbeiten gerne flüssige oder breiartige Substanzen und schmieren mit den Fingern darin.

Schließungstendenz

Sie taucht vor allem im Übergang vom Kopffüßler zur gegliederten Vollform der menschlichen Gestalt auf. Der offene Raum zwischen den Beinen wird mit einem Strich geschlossen. Die Schließungstendenz taucht phasenweise auf und betrifft auch andere Motive. Solange die Lücke noch Störfaktor ist, drängt alles auf ihre Beseitigung (Mühle 1975, S. 34).

Schließungskritzel

schliessungskritzelUm zu verdeutlichen, dass Formen geschlossen sind, werden noch zusätzlich Kritzel angefügt mit der Funktion des Abschließens. Dies kann selbst bei geschlossenen Formen der Fall sein, wie meist bei den späten Kreiskritzeln, die aufgrund der freigelassenen Mitte als Raum empfunden werden.

Schema, Schemazeichen

Haben die Kinder eine endgültige Gestaltung eines Motivs, sei es für Mensch, Haus, Baum, usw. entwickelt, verwenden sie diese ständig, bis sie automatisch verfügbar ist. Das heißt, die Kinder müssen überhaupt nicht mehr nachdenken, wie dieses Motiv gezeichnet werden muss. Um sich dieses Phänomen zu veranschaulichen, braucht man nur einmal einen beliebigen Buchstaben in die Luft zu schreiben. Dass über die Form des Buchstabens dabei nicht nachgedacht wird, kennzeichnet die automatische Verfügbarkeit.
Indiz für den Prozess der Automatisierung sind Vereinfachung der Form, Rhythmisierung und die Dominanz von runden Formen, vor allem des Kreises, auch wenn in der endgültigen Form des automatisierten Zeichens die Fülle der runden Formen wieder abnimmt. Die Gestalt eines automatisierten Schemazeichens ist gekennzeichnet durch seine Einfachheit. Es sagt über seine Figur bzw. seinen Gegenstand nur Allgemeines aus, z. B. nur Mensch und nicht Mann oder Frau. Zur genaueren Kennzeichnung ist ein Attribut erforderlich. Beispiel: Schemazeichen + Krone = König.
Wenn Kinder gebeten werden, ein bestimmtes Motiv zu zeichnen, wenn also keine intrinsische Motivation vorliegt, verwenden sie in der Regel automatische Schemazeichen, welche wegen der Einfachheit oft als dürftig empfunden werden. Zeigen sich die Erwachsenen enttäuscht, sind Kinder in der Regel erstaunt, haben sie doch gezeichnet, was sie können.
In der Fachliteratur wird oft zwischen Schema und automatisierten Schema nicht unterschieden.

sachlicher Anlass

Ein Gegenstand oder ein Sachverhalt wecken das Interesse der Kinder, die mit der Zeichnung eine möglichst objektive Darstellung anstreben. Jüngere Kinder erfassen dabei oft nur einen einzelnen oder nur wenige sachliche Aspekte des Objektes bzw. der Situation. (siehe Akkommadation und Assimilation) Mit solchen Zeichnungen setzen sich Kinder mit der erfahrbaren Wirklichkeit auseinander, eignen sich in der Form eines frühen analytischen Denkens Wirklichkeit sozusagen gedanklich an.

Rundformen

„Runde Formen tauchen nach und nach [...] auf. Zunächst sind es Linien, die im Kreis herumführen – Spuren der entsprechenden Armbewegung. Sie zeigen das Glätten oder Vereinfachen von Kurven, das eine gewisse motorische Übung immer mit sich bringt. Jede Tätigkeit mit den Händen gelangt nach einiger Zeit zu fließenden Bewegungen [...]. Die Hebelanordnung der menschlichen Glieder erleichtert runde Bewegungen. Der Arm dreht sich um das Schultergelenk, und feinere Drehbewegungen werden vom Ellbogen, dem Handgelenk und den Fingern besorgt. Die ersten Kreisbewegungen verraten also einen Organisationsprozess der Motorik nach dem Prinzip der Einfachheit." (Arnheim 2000, S. 171)

Richtungszusammenhang

Organisch erscheinender Übergang z. B. von Körper zu Armen und Beinen, von Stamm zu Ästen. Diese Lösung wird erst mit dem Jugendalter erreicht, macht sich aber bereits in der späten Kindheit bemerkbar.

Richtungsdifferenzierung

Die Abweichung von der Hauptrichtung wird mit einem schrägen Winkel gezeichnet.

R-Prinzip

Prinzip der radikalen Richtungsunterscheidung. Äste am Baumstamm, Arme an der menschlichen Figur, der Kamin auf dem Dach usw. stehen in der frühen Zeichenphase im rechten Winkel zur betreffenden Grundlinie. „Der rechte Winkel ist eines der ersten und primitivsten Zeichenelemente für die Darstellung des Zueinanders von Gestaltgliedern.“ (Mühle 1975, S. 90)

Profilwende

Bezeichnet die Entwicklung der Gesichtsdarstellung vom En Face zum Profil. Die Übergangsphase ist von dem sogenannten gemischten Profil gekennzeichnet. Folgende Unterscheidungen sind bekannt:

  • Einfacher Volltyp, bei welchem alle Merkmale des Gesichts in der anatomischen Zahl vorhanden sind, aber teils zum Profil tendieren, bzw. bereits die endgültige Profilstelle einnehmen, während die anderen Teile noch dem En-Face verhaftet sind;
  • Doppelter Volltyp, bei dem ein Merkmal zweifach auftritt;
  • Einfacher Auslassungstyp, bei welchem ein Merkmal fehlt;
  • Doppelter Auslassungstyp, bei welchem zwei Merkmale fehlen.
  • Das Zentralauge, bei welchem sich meist in der En-Face-Darstellung aber auch bei Mischformen das Auge auf der Mittelachse liegt.(Mühle 1975, S. 63) ff
Pantomimische Bewegungsdarstellung/symbolische Motorik

Sonderform des Aktionszeichen. Es handelt sich dabei um einen pantomimischen Zeichenakt (Mühle 1971 , Seite 72). Das heißt: das Kind vollzieht eine reale Bewegung in der Zeichnung nach. So wird z. B. das Stechen einer Mücke nachgeahmt, indem das Kind mit einem Stift in das Blatt Papier sticht. "Als Beobachter hat man in solchen Fällen deutlich den Eindruck, dass hier die Zeichenbewegung Darstellungsfunktion hat." (Muchow 1926, S. 94)
Der von Georg Schliebe hierfür verwendete Begriff der motorischen Symbolik wird als missverständlich beschrieben (Mühle, 1971, S.72), denn inzwischen hat die Semiologie den Begriff der Symbolik in einer präzisen Weise definiert, nach welcher der von Schliebe verwendete Begriff den Sachverhalt nicht erfasst. Weiterhin wird In der Psychotherapie motorischen Symbolik in der Bedeutung einer negativen Magie verwendet, die ein Ereignis oder eine Handlung ungeschehen machen will.

orthoskopische Darstellung

Die Gegenstände werden in ihrer anschaulichsten Ansicht wiedergegeben. So kommt es vor, dass Seiten-, Vorder- und Aufsicht miteinander dann vermischt werden, wenn die einzelnen Teile des Motivs in jeweils einer anderen Ansicht am anschaulichsten erscheinen.

motorischer Anlass

Das Bedürfnis und die Lust, Bewegungen auszukosten, bestimmt vor allem die Kritzelphase.

Mischform von Standlinienbild/Streifenbild und Standflächenbild

Es gibt Motive, die sich am besten aus der Vorderansicht, Seitenansicht oder Aufsicht darstellen Mischform-Ansichtenlassen. Treten bei einer Zeichnung solche gegensätzliche Motive auf, wählen Kinder in der Regel die Mischform.

Mehrstreifenbild

Zwei oder mehrere Streifen gliedern das Blatt. Diese relativ seltene Raumdarstellung verwenden Kinder, wenn die Breite des Blattformats nicht genügend Platz bietet.

materialer Anlass

Amorphes Material wie Sand, Ton, gerissenes Papier, Stoffreste oder beliebige Fundstücke, wie verbrauchtes Verpackungsmaterial, verwelkte Blätter, aber auch Klebstoff und Schere reizen die Kinder zu einem experimentellem Umgang, d. h. zu einem offenen Handlungsprozess, ohne dass die Absicht besteht, etwas Bestimmtes darzustellen. Beim materialen Anlass spielt auch der haptische Reiz, der durch das Material angesprochen wird, eine wichtige Rolle.

malerischer Typ

typologie 01typologie 03

Individuelle Gestaltungsanlage. Die individuellen Gestaltungen der Kinder lassen sich bestimmten typenmäßigen Veranlagungen zuordnen, unter denen die zwei extremen Pole des linearen und malerischen Typs relativ häufig sind (vgl. linearer Typ und malerischer Typ: Heinrich Wölfflin, 1915). Der malerische Typ denkt in Flecken und Flächen, der lineare in Formen und Linien. Der Prozess beim malerischen Typ ist offen. Auf Konturlinien nimmt er kaum Rücksicht. Die Typenzuordnung ist nicht auf die Kunstgattungen Malerei und Zeichnung bezogen. So zeigt sich z. B. der malerische Typ auch in der Zeichnung.

linearer Typ

typologie 02typologie 04Individuelle Gestaltungsanlage. Die individuellen Gestaltungen der Kinder lassen sich bestimmten typenmäßigen Veranlagungen zuordnen, unter denen die zwei extremen Pole des linearen und malerischen Typs relativ häufig sind (vgl. linearer Typ und malerischer Typ: Heinrich Wölfflin, 1915).  Der lineare Typ verändert die einmal gezeichnete Form nur in Ausnahmefällen. Die Bildkonzeption steht von Anfang fest und erfährt im Verlauf des Gestaltungsprozesses lediglich Ausschmückung und Binnendifferenzierung, aber keine grundsätzliche Veränderung. Die Typenzuordnung ist nicht auf die Kunstgattungen Malerei und Zeichnung bezogen. So zeigt sich z. B. der lineare Typ auch in der Malerei.

 

Leitqualitaet des Erlebens

Ist ein Kind von einem bestimmten Erlebnis beeindruckt bzw. fasziniert, so wird der für das Erlebnis dominierende Aspekt besonders betont, d. h. andere Momente des Erlebnisses werden kaum beachtet und nicht selten in der Zeichnung gänzlich ausgeblendet.

Landkartenbild

Sonderform des Standflächenbildes. Straßen, Eisenbahnschienen und Flüsse werden wie auf einer Landkarte in der Fläche ausgebreitet. Stehen die Gegenstände im rechten Winkel zur Standfläche und zeigen sie dementsprechend im Gesamtbild in verschiedene Richtungen, liegt hier die Aufrichtungstendenz vor. Dafür wird in der Fachliteratur auch der Begriff des Klappbildes bzw. der Umklappung verwendet. Zeigen dagegen alle Figuren und Gegenstände eine senkrechte Ausrichtung nachoben im Format, liegt eine Gesamtaufrichtung vor.

Kritzelzeichen

Verschiedene Kritzel, die sich in der Kindheitsentwicklung über einzelene Stufen von der Grobmotorik bis zur Feinmotorik beobachten lassen. Dazu gehören Spurkritzel, Hiebkritzel, Schwing- oder Schwungkritzel, Kreiskritzel, verschieden geformte Kritzel, sinnunterlegtes Kritzeln und Schreibkritzel. Die Kritzelzeichen werden allmählich dem motorischen Gedächtnis eingeprägt und sind dann automatisch verfügbar. Bislang wenig erfasst sind zufällige Spurkritzel, die sich jeder Wiederholung, also einem Lernprozess entziehen. (Vgl. Hans Meyers, 1957)

Kreiskritzel

thumb Kritzelzeichen03Die Bewegung wird teils ausschließlich aus dem Ellenbogengelenk, teils aus Ellenbogengelenk und Handgelenk und schließlich vor allem aus dem Handgelenk gesteuert. (Grobmotorik und Übergang zur Feinmotorik)

Kopffüßler

Sonja-4-0-Jahre-KopffüßlerDie Bezeichnung Kopffüßler ist insofern leicht irreführend, als mit dem Kreis nicht nur der Kopf, sondern Kopf und Körper gemeint sind. (Kopf-Rumpf-Einheit) „Zu welchem Zeitpunkt und von welchem Autor der Begriff „Kopffüßler“ eingeführt wurde, ist nicht bekannt… Der Begriff „Kopffüßler“ oder „Kopffüßer“ – im anderen Sprachen „tadpole“, „homme tétard“ oder einfach „tétard“, „cephalopod“ – scheint keine Wortschöpfung der Kinderzeichnungsforschung zu sein, sondern zoologischer und paläontologischer Nomenklatur zu entstammen, wo er von weiteren Metazoen, wie z. B. Gliederfüßern, Kahnfüßern, Armfüßern usw. unterschieden wird.“ (Schoenmackers 1996, S. 46)

intrinsische Motivation

Anlass, der aus eigenem, inneren Antrieb heraus begründet ist.

Hiebkritzel

Die Bewegung wird aus dem Schultergelenk gesteuert. thumb Kritzelzeichen01(Grobmotorik) Das Kind schlägt mit dem Stift auf das Papier.

gegliederte Vollform

gegliederte vollform_2gegliederte vollform_1Diese Form ist erreicht, wenn der Rumpf mindesten so groß wie der Kopf gezeichnet wird. Arme und Beine besitzen bereits eine Breitenausdehnung, d. h. sie werden nicht mehr nur mit einfachen Strichen dargestellt.

gegliederte Figur

Bevor die endgültige Vollform erreicht wird, entstehen sehr unterschiedliche Formengegliederte Figur_3, thumb gegliederte Figur 2gegliederte Figur_1bei denen der Kopf noch größer ist als der Rumpf.

Füllungstendenz

In der Weiterentwicklung zum Kreis verdichten sich die Striche des Kreiskritzels in der Randzone. Was früher wie ein Strich-Knäuel aussah, erweckt jetzt den Eindruck eines Kreises, den die Kinder noch nicht als geometrische Form erfassen, sondern als Raum. Dieser wird mit einem Schließungskritzel geschlossen. Weiterhin macht sich das Bedürfnis bemerkbar, den Raum zu füllen.
Die Füllungstendenz macht sich auch im Übergang vom Kopffüßler zur gegliederten Vollform der menschlichen Gestalt im Zwischenraum der Füße bemerkbar.

extrinsische Motivation

Anlass, der durch eine andere Person vorgegeben wird, wie z. B. ein Auftrag oder wie er durch eine Situation erforderlich wird.

emotionaler Anlass

Ein Erlebnis, eine Erfahrung oder eine Situation rufen ein Gefühl wie Freude, Trauer, Wut, Zuneigung usw. hervor, das in einer Zeichnung ausgedrückt wird. Die Kinder artikulieren ihre Gefühle und lernen dabei, mit ihren Gefühlen umzugehen.

Eindrucksdominante

Istthumb Bedeutungsproportion ein Kind von einem Gegenstand/einer Figur, bzw. von dem Detail eines Gegenstands/einer Figur besonders beeindruckt, wird der betreffende Gegenstand bzw. die betreffende Figur in seinen Ausmaßen im Vergleich zu den anderen Bildelementen übertrieben groß dargestellt. Dieses Phänomen wurde früher als Bedeutungsperspektive bezeichnet. Heute wird dafür der Begriff der Bedeutungsproportion verwendet.

Bedeutungsproportion

Erscheint einem Kind eine Figur oder ein Gegenstand besonders bedeutsam, zeichnet es die Figur bzw. den Gegenstand im Vergleich zu den anderen Darstellungen im Bild besonders groß. Das kann auch Details betreffen. So werden manchmal Hände besonders groß gezeichnet, wenn die betreffende Figur mit den Händen etwas Wichtiges tut. 

ästhetisch

Die Wahrnehmung betreffend. Der Begriff Ästhetik (von griech. aísthēsis „Wahrnehmung“, „Empfindung“) wird in der Fachterminologie ab dem 19. Jh. nicht mehr als Wert-, sondern als Funktionsbegriff verwendet.

Assimilation

(Franz., Angleichung) Zuordnung einer Wahrnehmung zu einem bereits bestehenden Schema. Z. B. ordnet ein Kind mithilfe von Erwachsenen einen Dackel und einen Dalmatiner dem Schema "Hund" zu. Nach Jean Piaget ist der Gegenpart zur Assimilation die Akkomodation. Beide Arten der kognitiven Anpassung (Adaption) führen zu einem Gleichgewichtszustand.

Aktionskritzel

Solange die Kinder die Bewegungsdarstellung noch nicht beherrschen, verwenden sie für Vorgänge, Handlungen und Bewegungen die sogenannten Aktionskritzel. Bei manchen Kindern wird dies bis weit in das Grundschulalter beibehalten.

Akkomodation

Wenn eine Wahrnehmung nicht in ein vorhandenes Schema eingeordnet werden kann, enwickelt das Kind ein neues Schema dafür oder modifiziert ein vorhandenes. Lässt sich z. B. eine Katze dem Schema "Hund" nicht zuordnen, akkomodiert das Kind und bildet ein neues Schema "Katze". Nach Jean Piaget ist der Gegenpart zur Akkomodation die Assimilation. Beide Arten der kognitiven Anpassung (Adaption) führen zu einem Gleichgewichtszustand.

Adaption

(Auch Adaptation, von lat. adaptare) Anpassung oder Angleichung eines Kindes an seine Umwelt. Nach Jean Piaget (Entwicklungspsychologie) existieren zwei Erscheinungsformen der Adaption: Assimilation und Akkomodation.